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Angehörige und Angststörung

Angewandte Hypnose in Bremen

Gerade enge Angehörige und Familienmitglieder von Klienten mit einer Angststörungen sehen sich auch in ihrem Leben eingeschränkt. Scheinen doch viele Aktivitäten und damit ein „normales Leben“ kaum noch möglich.

Sie finden daher hier einige Informationen für Angehörige von Klienten mit einer Angststörung.

Sind Angststörungen heilbar?

Die gute Nachricht ist: Ja. Grundsätzlich gilt eine Angststörung als eine heilbare psychische Erkrankung.

Als Therapieansätze werden hier eine medikamentöse Behandlung und/ oder eine Psychotherapie gewählt.

Medikamente und Angststörung

Für die medikamentöse werden sogenannte Psychopharmaka verschrieben. Oft gehören diese zur Gruppe der Antidepressiva oder angstlösende Notfallmedikamente. Beide werden nur von einem Arzt oder Psychiater verschrieben und sind nicht frei verkäuflich.

Bei der Gabe von Psychopharmaka ist zu beachten, dass die Vorgaben des behandelnden Arztes streng beachtet werden. 

Wird ein Antidepressivum verabreicht, ist es außerordentlich wichtig, dass diese „eingschlichen“ und „ausgeschlichen“ werden. Das heißt, dass die Dosis am Anfang stetig gesteigert wird und die Wirkung erst mit einigen Wochen Verzögerung einsetzt. Wird das Medikament abgesetzt, erfolgt dies auch langsam und schrittweise. 

Sehr wichtig ist hierbei, dass diese Medikamente nie einfach so abgesetzt werden dürfen. Gerade wenn sich eine erste Wirkung zeigt, liegt der Gedanke nahe, dass das Medikament ja jetzt nicht mehr nötig ist. Ein Absetzen darf aber nur nach Anweisung des Arztes oder Psychiaters erfolgen, da ein schlagartiges Absetzen mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer schnellen Verschlechterung der Symptome führen kann. 

Wir erleben in der Praxis immer wieder, dass dieser Fehler gemacht wird. 

Ein Notfallmedikament, meist Benzodiazepine, führen in Notfällen wir Panikattacken oft zu einer schnellen Angstlösung und damit Erleichterung. Diese Medikamente machen müde und helfen zu schlafen. 

So hilfreich dies in einigen Fällen sein mag, Benzodiazepine machen schnell abhängig. Da die Wirkung so schnell eintritt und als hilfreich empfunden wird, neigen Patienten dazu diese öfter zu nehmen. Die Wirkung lässt bei weiterer Annahme aber stark nach, Patienten tendieren daher dazu die Dosis zu erhöhen. Dies setzt eine Spirale in Gang, die in eine Abhängigkeit führt. 

Daher noch einmal: Benzodiazepine sind nur für den einmaligen Gebrauch im Notfall gedacht und kein Dauermedikament. 

Psychotherapie bei Angststörungen

Langfristig kann eine Psychotherapie bei Angststörungen helfen. Eine Hypnosetherapie kann hier eine Möglichkeit sein. Aber auch eine Verhaltenstherapie ist eine Therapieform, die bei Angststörungen oft angewendet wird. 

In der Verhaltenstherapie lernt der Patient, wie er mit der Angststörung umgeht. Das Ziel ist es, dass die Psyche durch die häufige Konfrontation mit dem Angstauslöser lernt, dass letztlich keine Gefahr besteht. Um dann die Angstsymptome nicht mehr aufkommen zu lassen. 

Oft ist eine Verhaltenstherapie erfolgreich. Sie erstreckt sich aber über einen längeren Zeitraum. Weiterhin kann eine Verhaltenstherapie erst einmal anstrengend sein, weil der Betroffene ja genau das macht, was er vermeiden will: die Angst aushalten. 

Eine Verhaltenstherapie wird von der Krankenkasse übernommen. Der erste Schritt ist meist das Gespräch mit dem Hausarzt, der in die Therapie überweist. 

Das Problem ist dann leider oft, dass die Wartezeit auf einen Therapieplatz viele Monate sein kann. Gerade Angstpatienten suchen aber nach einer schnellen Lösung. /anwendungsgebiete/hypnosetherapie-bei-angststoerungen-und-zwangsstoerungen/

Eine Hypnosetherapie ist in jedem Fall eine Selbstzahlerleistung.  Dafür sind die Wartezeiten meist sehr kurz. Bei uns ist ein Ersttermin meist innerhalb von 1-2 Wochen möglich, der Therapiebeginn innerhalb eines Monats. Die Therapiedauer beträgt i.d.R. 1-2 Monate. 

Lernen Sie hier mehr über eine Hypnosetherapie bei Angststörungen.

Wie kann ich einem Menschen mit Angststörung schon heute helfen?

Schritt 1 ist immer: Zuhören, mit dem Ziel zu verstehen, wie es dem Betroffenen geht. Wie wird die Angst erlebt? Was löst die Angst aus? Welche Gedanken und Gefühle treten auf, wie reagiert der Körper? 

Wichtig ist zu verstehen, dass Sie keine Ratschläge geben können, die sofort helfen. Aber allein zuzuhören und sich für das Erleben des Angehörigen empathisch zu interessieren kann eine erste Erleichterung sein. 

Weiterhin neigen Angehörige dazu, den Patienten in seinem Vermeidungsverhalten zu unterstützen. Denn Angstpatienten wollen die Objekte oder Situation umgehen, die die Angst auslösen. Sie bleiben lieber zu Hause, meiden soziale Kontakte, Fahrten auf der Autobahn oder bestimmte Tiere. Je nach Art der Angststörung. Tut der Patient dies nicht und geht in die Angstsituation, löst dies Stress und Unruhe aus. 

Sie sollten aber nicht jedes Hindernis aus dem Weg räumen, denn dies schafft eine vordergründig sichere Umgebung, die es in der Realität nicht gibt. 

Für Angehörige ist es daher oft ein schmaler Grad: Mache ich dem Betroffenen das Leben einfach und helfe bei der Vermeidung der Angstsituation? Oder ermutige ich, sich dieser zu stellen? 

Auch wenn die Konfrontation mit dem Angstauslöser ein Weg aus der Angst sein kann: gehen Sie hiermit vorsichtig um. Zwingen Sie niemanden sich der Angst auszusetzten, wenn dies nicht gewollt ist. Denn dies kann auf Widerstand stoßen, womit wenig erreicht wäre. Das Heranführen an diese angstauslösenden Situationen ist die Aufgabe eines Therapeuten. 

Bringt der Patient aber selber den Mut auf den „sichern Ort“ zu verlassen und sich der Angst auszusetzten, dürfen sie ihn gerne ermutigen, begleiten und für den Mut loben. 

Psychotherapie als Königsweg

Dauerhaft hilft nur, die Angst durch eine Psychotherapie zu behandeln. Sie dürfen den Betroffenen gerne dabei unterstützen sich über die verschiedenen Angebote zu informieren. Auch die Begleitung zu ersten Terminen kann eine Hilfe sein, selbst wenn Sie während der Gespräche in einem Nebenzimmer warten. 

Die Wahl der geeigneten Therapie liegt aber immer bei dem Patienten. Denn eine Psychotherapie wirkt nur, wenn man sich sicher und verstanden fühlt. Und die Therapiemethode für sich annehmen kann. 

Buchtipps

Wenn Sie tiefer einsteigen wollen, hier ein paar Buchtipps:

Ratgeber Generalisierte Angststörung – Informationen für Betroffene und Angehörige, Hoyer, Beeso-Baum, Becker

ISBN 978-3-8017-2708-6

Generalisierte Angststörung – Ein Ratgeber für übermäßig besorgte und ängstliche Menschen

Schmidt-Traub

ISBN 978-3-8017-2116-9

Ratgeber Panikstörung und Agoraphobie- Informationen für Betroffene und Angehörige

Heinrichts

ISBN 978-3-8017-1986-9

Ratgeber Panikstörung und Agoraphobie- Informationen für Betroffene und Angehörige

Heinrichs

ISBN 978-3-8017-1986-9

Ratgeber Soziale Phobie – Informationen für Betroffene und Angehörige

Consbruch, Stangier

ISBN 978-3-8017-19862092-6